Erfolgsstory Delair
Ingenieure unter sich: Das ist die geballte Ladung Fachwissen, doch unternehmerisch nicht zwingend ideal: "Das Business-Angel-Team hat uns geholfen, aus dem eigenen Dunstkreis rauszukommen", sagt Dietmar Dippe. Er ist Geschäftsführer und Gründer der Firma Delair am Braunschweiger Flughafen. Sie entwickelt seit sieben Jahren Computer-Programme für eine effizientere Flugabwicklung.
Delair-Systeme vernetzen Flugsicherung, Flughafenbetreiber, Abfertigungs- und Fluggesellschaften miteinander. Unnötige Verspätungen, überflüssige Flugstunden und Wartezeiten am Boden sollen so vermieden werden. Auf dem Züricher Flughafen ist die Software seit einem Jahr im Einsatz. Etwa ein Jahr ist es auch her, dass Dippe übers Bonusprogramm des Landes Niedersachsen Kontakt zum Business-Angel-Team im Braunschweiger Technologie-Park aufnahm. Hier werden erfahrene Unternehmer oder Manager, die oft selbst noch beruflich aktiv sind, und Existenzgründer zusammengebracht. Business Angels beteiligen sich selbst finanziell an jungen Firmen, weil Banken und Wagniskapitalgeber in der Start-up-Phase "meist zögerlich mit Geld sind", sagt Rolf Richter. Er ist Geschäftsführer der Business-Angel-Team GmbH.
Nach einem Coaching und einer Kapitalunterstützung durch Richters Team fühlt sich Dippe reif für den Weltmarkt. "Wir haben einen internationalen Vertriebspartner gefunden: das australische Unternehmen Lochard, das Weltmarktführer für Lärmvermessungsgeräte und auf 130 Flughäfen weltweit vertreten ist", freut sich Dippe. So profitiere man von einem bestehenden Vertriebsnetz, könne es aber auch ergänzen. Das habe zu guten Kontakten geführt und zu engen Gesprächen mit Flufgsicherungen in Australien, Europa und dem Mittleren Osten. Von denen verspricht sich Dippe Vertrags-abschlüsse und kräftiges Wachstum. In drei bis fünf Jahren soll sich die Zahl seiner Beschäftigten auf 30 verdoppeln. Der Umsatz soll in den kommenden fünf Jahren von 1,5 Millionen Euro in 2003 auf 10 Millionen Euro steigen.
"Wir hätten uns so nicht aufstellen können, wenn wir keine Unterstützung gefunden hätten", so Dippe. Ohne diese Hilfe bestehe die Gefahr, dass das Produkt so in den Vordergrund rückt, dass man das Drumherum nicht mehr erkenne. "Das ist symptomatisch für technologieorientierte Firmen", weiß Richter. Er bemängelt, dass in Deutschland in der Ingenieursausbildung die unternehmerische Komponente nicht vermittelt wird. Darum bräuchten junge Firmen direkte Hilfe, die über die Inhalte eines normalen Coachings hinausgehe. Richter: "Der Berater geht wieder weg, der Business Angel ist mit seinem Kapital gefangen und hat das nachhaltige Interesse, dass das Unternehmen floriert." www.delair.de/plugin.html
Meldung der Braunschweiger Zeitung am 30.9.2004